Sonnenbrille ohne Durchblick - materielle Benachteiligung von Menschen mit Sehproblemen

Sommerlicht und sommersonne, lebensfreude pur und doch risiko - zum beispiel für die augen.

So sind bestimmte anteile des sonnenlichtes nach Wikipedia, z. b. lichtstrahlen mit UV-A, -B, und -C- Wellenlängen. Beil längerer einwirkung können diese UV-lichtstrahlen zu augenreizungen, grauem star oder erblindung führen.
Außerdem gilt ein bestimmter blauanteil des sichtbaren lichtes laut Wikipedia als schädlich, da bei längerer intensiver einwirkung schädigung der makula eintreten können.

Daher hat die Europäische Gemeinschaft laut Wikipedia eine richtlinie mit folgenden kategorien herausgegeben:

- 0: 80 - 100% durchlässsig : farblos oder ganz leicht getönt
- 1: 43 - 80 % durchlässig: leicht getönt
- 2: 18 - 43 % durchlässig: mittelstark getönt
- 3:   8 - 18 % durchlässig: dunkel getönt
- 4:   3 -   8 % durchlässig: sehr dunkel getönt
außerhalb der norm: bis 3 % extrem dunkle gletscherbrille

"Sonnenbrillen sind eine persönliche Schutzausrüstung im Sinne der EG-Richtlinie 889/686/EEC."
So steht es jedenfalls auf dem kleinen beiheftchen von sonnenbrillen, die man mittlerweile mit genormter qualität bereits in guten drogerien erhält. Die preise für eine durchschnittliche sonnenbrille liegen dabei so um die 20 €, was sinnvoll ist, da so für die meisten menschen dieser wichtige augenschutz ohne materielle probleme erhältlich ist.

Für die meisten. Leider sind gerade die menschen, die am meisten eines augenschutzes bedürfen, die menschen mit sehproblemen, ausgeschlossen.
Wenn man eine sonnenbrille für kurz- oder weitsichtige möchte, muss man tiefer in die tasche greifen. Da beginnen die unteren preise so um die 75 €.
Das bedeutet für diese menschen, dass sie neben ihrer seheinschränkung (die manchmal auch durch sehhilfen nicht wirklich gut korrigiert werden kann) zusätzlich noch materiell diskriminiert werden.
Was gut sehende menschen für einen geringen preis bekommen, kommt schlecht sehende menschen besonders teuer zu stehen.
Kassen fühlen sich nicht (nicht einmal für normale korrektur-brillen)  zuständig, statt dessen werden esoteriknahe "heilmittel" wie homöopathie bezahlt.

Also heißt es zum augenoptlkier gehen. Aber auch der gang zum augenoptiker bewahrt nicht vor scharlatanerie.
So manches "schnäppchen" ist im nachhinein doch viel teurer, als zu anfang gedacht.
Beispielsweise die sonnenbrille die ich mir bei einem bekannten optiker-anbieter vor ca 2 jahren geholt habe. Im schaufenster stand in großen lettern: "sonderangebot ab 24,95 €. Da es sich um einen augenoptiker handelt und diese brille explizit für menschen mit korrektur-gläsern handelt, habe ich gedacht: Super! und bin ins geschäft gegangen. Dann aber die enttäuschung, ja für meine stärke wäre das alles ein bisschen teurer und wenn es entspiegelt sein sollte ... bla bla... endpreis 69 €.
Naja, habe ich gedacht, dafür ist es aber auch qualität vom augenoptiker. Leicht irritiert wurde dieser nette gedankengang nur von einem telefongespräch, dass ich im augenoptlkerladen mitanhörte. Da schien sich am anderen ende ein/e kunde/in über eine sonnenbrille zu beschweren, die doch nicht richtig vor sonne schützt.
Der augenoptike am telefon wischte der/m kundin/en etwas herablassend aus "expertenperspektive" über den mund: " Das ist doch ganz normal, von oben und der seite scheint die sonne herein. Das ist doch ganz normal." Und tschüss.
Ich habe mir dann auch nichts weiter gedacht und habe mich über meine neue sonnenbrille gefreut. Kleine modische gläser, grün, schmale fassung.
Dann kam aber sehr schnell die ernüchterung. Als ich mit dem fahrrad unterwegs war, hatte ich überhaupt keine sonnenerleichterung, im gegenteil, ich war andauernd ganz stark geblendet, weil die "modischen" gläser, des kleinen auslaufmodells (deswegen ja angeblich billiger) überall die grellen sonnenstrahlen hereinließen. Von oben, von der seite. Von wegen sonnenschutz.
Was mir in dem freundlichen optiker-fachgeschäft nämlich nicht mitgeteilt wurde, ist, dass es nicht nur auf die qualität der gläser ankommt, sondern auch auf die größe der gläser und auf große seitenbügel.
Bis zu 60 % der kritischen UV-lichtstrahlung kommt nämlich laut www.philognosie.net von seite oder von oben ins auge. 60% ist viel, das heißt nämlich nach Adam Riese, dass kleine sonnenbrillen nur 40 % der gefährlichen strahlung abschützen...
Doch es kommt noch schlimmer. Die getönten gläser vermitteln den augen den eindruck einer schattige umgebung  und die pupillen weiten sich und lassen dadurch mehr von dem gefährlichen licht hinein. So besteht noch größere gefahr, dass die augen nachhaltig geschädigt werden. Auf diese risiken hätte der augenoptiker aufmerksam machen müssen und das zusätzliche tragen einer kappe/mütze/sonnenhut empfehlen müssen.
Daher sollte der verbraucherschutz dahingehend ausgeweitet werden, dass augenoptikergeschäfte, auf deren fachliche beratung und produktqualität die kunden zählen und angewiesen sind, nicht produkte als "schnäppchen" verkaufen dürfen, die gravierende gesundheitliche risiken mitbringen.
Zudem dürfen menschen mit seh-problemen materiell nicht im vergleich zu menschen ohne seh-problemen materiell benachteiligt werden. Vor dem grundgesetz sind alle menschen gleich.
Um meine augen zusätzlich zu der kleinen sonnenbrille  vor schädlichen UV-lichtstrahlen schützen habe ich mich vorsorglich mit netten schirmmützen eingedeckt. Was soll man machen? Schirmmützen sind vlt nicht so schick, aber auf jeden fall zuverlässig.