Seneca - Kurzbiographie

Seneca, zeichnung Lucas Vorstermann
Lucius Annaeus Seneca, d. J. wurde in Corduba, dem heutigen Cordoba um 4 v. Chr. geboren und starb in Rom 65 n. Chr. Seneca war ein römischer schriftsteller und philosoph, der nach einer ämtlerlaufbahn (römischer senator und zeitweise leiter der staatsgeschäfte) zum erzieher Neros ernannt wurde. Als Nero kaiser war, förderte er zunächst Seneca, später jedoch unterstellte er ihm eine beteiligung an einer verschwörung und zwang seinen ehemaligen erzieher Seneca zum selbstmord.
Philosophisch gehörte Seneca zu der richtung der stoiker, wobei er anregungen aus verschiedenen stoischen schulen bezog. Kennzeichnend für den philosophischen stoizismus, der aus der griechischen philsophischen strömung "Stoa" entstand, ist eine anerkennung der materialität der wirklichkeit, die als konkrete kraft der gottheit verstanden wird. Weiterhin beinhaltet der stoizismus einen glauben an die menschliche vernunft und fordert die einhaltung von ethischen grundsätzen, die als nützlich anerkannt sind.
So bezieht Seneca trotz einer gewissen religiösen werteorientierung eine zurückhaltende position in bezug auf religion und jenseitsglauben.
So weist er in seinem brief "Über die Milde" auf stoische unerschütterlichkeit und todesverachtung, menschenliebe und selbstvertrauen hin ohne als philosoph hofnung auf einen jenseitslohn oder angst vor strafe im jenseits anzusprechen.
Seine themen waren u. a. "naturerkenntnis als weg zur gotterkenntnis", in seinem werk "Dialogi" besprach er ethische themen und verfasste außerdem ein werk mit namen "De clementia", was eine art fürstenspiegel war. Zudem schrieb Seneca 9 tragödien und eine satire auf den kaiser Claudius.
Insgesamt hinterließ Seneca eine reihe von schriften, zb 124 moralphilosophische briefe u. a. an Lucius (zb. "vom glückseligen leben", ein naturwissenschaftliches lehrwerk "quaestiones naturales" und "über die Milde",, zudem war er als tragödiendichter (lesedramen) produktiv, zb "Die troerinnen", "Medea", "Phaedra" und weitere tragödien. In seinen tragödien hatte Seneca einen kritischen blick auf den zügellosen lebenswandel, der am kaiserlichen hof herrschte und forderte statt dessen einen maßvollen lebenswandel und rücksichtnahme auf die mitmenschen. Senecas tragödien eigneten sich vom vortrag her mehr für die rezitation als für die bühne.


Unter verwendung der quellen:
  • Großes Lexikon von A - Z, Isis-Verlag, Chur, Schweiz
  • Reader's Digest Universal Lexikon in drei bänden, dritter band, Verlag Das Beste GmbH, Stuttgart, Zürich, Wien
  • Das DBG-Lexikon in drei bänden, dritter band, Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin, Darmstadt, Wien
  • Kulturgeschichte Europas,Von der Antike bis zur Gegenwart, (herausgeber Dr. Fritz Winzer), westermann