Schrebergarten für den Frühling und das ganze Jahr

Schrebergarten - eine erholungsoase mit tradition,
foto: Klaus Franke,
bildbearbeitung: www.deinsuppenhuhn.blogspot.de


Dem alltagsstress entfliehen und in grüner umgebung eine schöne zeit im eigenen garten haben: Diese möglichkeit bietet z b ein kleingarten oder schrebergarten.
Heute werden schrebergärten nicht mehr benötigt um sich selbstversorgend gemüse und obst anzubauen.
Das war nicht immer so.
Am anfang des 19. jahrhunderts wurden sogenannte "armengärten" von wohlfahrtsverbänden und sozial sensibilisierten landesherren und fabrikbesitzern eingerichtet.


Ziel dieser armengärten war es die armut und den hunger in der armen bevölkerung dadurch einzudämmen, dass man ihnen ein kleines stück eigenes land anbot, auf dem sie gemüse und obst anbauen konnten.
Etwas später kam es zu einer neueren bewegung im kleingartenbereich. Der schulrektor Ernst Innozens Hauschild gründete gemeinsam mit einem leipziger arzt namens Moritz Schreber in zusammenarbeit mit eltern eine art spielwiese zwecks erholung der schulkinder. Diese anlage wurde zu ehren des verstorbenen arztes M. Schreber "Schreberplatz" genannt.
Den eigentlichen gartencharakter erhielt die anlage durch einen lehrer mit namen Heinrich Karl Gesell, indem er die anlage als lerngärten für die schüler nutzte. Aus diesen "kinderbeeten" entwickelten sich bald "familienbeete" und als diese parzelliert und eingezäunt wurden, waren die ersten schrebergärten entstanden.

Heutzutage hat man in einem schrebergarten, der auch kleingarten genannt wird, teilweise bis ca. 200 m² zur verfügung und somit gut raum um sich den traum von einer eigenen gartengestaltung zu verwirklichen, frische luft und natur inklusive.
Auch zur seelischen entspannung trägt ein schrebergarten bei, um einen kurzweiligen tapetenwechsel aus dem alltag beizutragen.
So kann man ab und an mal ein kleines fest im schrebergarten organisieren und auch die kinder finden einen anknüpfungspunkt zur natur. Gerade für stadtkinder ist ein eigener schrebergarten eine gute möglichkeit zur erholung und eine natürliche lernmöglichkeit. So können sie das säen, wachsen und gedeihen von pflanzen beobachten und vielleicht auch aktiv durch übernahme von kleineren aufgaben wie z. b. blumengießen eine interessante lernsituation erleben.

Doch nicht nur die aufzucht von zierpflanzen und ziersträuchern lockt, auch das pflanzen von obst- und gemüsepflanzen kann reizvoll sein. So gibt es beispielsweise robuste sorten von johannisbeeren oder tomaten oder petersilie, mit denen man zur erntezeit den heimischen küchenplan lecker und vitaminreich und frisch und selbst geerntet ergänzen kann.
Pfiffige kleingärtner/innen richten ihre gartenbepflanzung auf alle jahreszeiten ein und sorgen mit immergrünen pflanzen und vielleicht einem kleinen tannenbaum auch im winter für einen romantischen anblick.

Schrebergärten oder kleingärten gibt es in unterschiedlichen preislagen zu kaufen von ca. 2000 € bis ca. 5000 € je nach lage und ausstattung (wie zb gartenhäuschen, geräten, kinderspielgeräte usw.). Neben dem kaufpreis fällt meist eine jährliche pacht sowie eine kaution an.
In schrebergärten oder kleingärten herrscht eine gartenordnung, die einzuhalten ist und sich an dem bundeskleingartengesetz orientiert. Ziel dieser ordnung ist es, das nebeneinander und miteinander der kleingärtner sinnvoll und freundlich zu ordnen.
Nicht vergessen sollte man bei der anschaffung das vereinsleben, dass begegnungsvielfalt, informativen austausch unter schrebergärtner/innen aber auch verpflichtungen und regeleinhaltung im verein mit sich bringt.
Kompetenten rat und informationen zu kleingärten im kölner raum gibt es hier:
http://www.kleingaertnerverbandkoeln.de/

Infos zu dem bundeskleingartengesetz gibt es hier:
www.gesetze-iminternet.de/bundesrecht/bkleingg/gesamt.pdf

Unter verwendung der quellen:

  • http://de.wikipedia.org/wiki/Kleingarten#Schreberg.C3.A4rten
  • http://www.kleingaertnerverbandkoeln.de/
  • Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-S79697 / CC-BY-SA, Titel: Berlin, apfelernte in einem kleingarten, bildautor: Klaus Franke
  • Andrea Schweizer, Prof. Dr. Robert Schweizer: "Recht in Garten & Nachbarschaft", Kosmos Verlag