Fußball und Fußball-WM 2014: körperverletzung ein kavalliersdelikt?

Fußball gehört zu den beliebtesten unterhaltungen bei der breiten bevölkerung. Kaum ein anderer
sport ist so populär, erregt so sehr die gemüter.
Dabei sind es nicht unbedingt nur die sportlichen, die sich für fußball interessieren. Unter den fans finden sich zum großen teil personen, die sport ausschließlich vor dem fernseher "genießen" und nur zu gern ihre "sportliche kompetenz" im dunst schummeriger kneipen an gleichgesinnte weiterreichen.
Das bier fließt in strömen, begleitet von fastfood und zigarettenqualm.

"Fußballinteresse" hat nicht unbedingt mit fußball zu tun. 

Es geht oft um pseudosportliches "revierverteidigen", die heimische mannschaft, zu der man sich zugehörig fühlt, obwohl man keinen einzigen der stars persönlich kennt, und diese auch eher selten aus der region kommen.
Trotzdem. Fußball bedient die platzhirschmentalität. Hier kann jeder mitgrölen.
Länderspiele wie Europameisterschaften und gar Weltmeisterschaften bedienen genau diese mentalität in exponentieller weise. Hier geht es nicht einfach um die stadt x oder die stadt y, sondern es geht direkt um "nationalstolz", was immer dies sein möge. Hier "kämpfen ganze länder" gegeneinander - ein fragwürdiges band kollektiver identitätssuche.
Doch "revierverteidigung" und "platzhirschmentalität" alleine lassen nicht die massen jubeln, schreien, heulen. Es sind spezielle eigenarten dieses "sportes", die den fußball so "attraktiv" in den augen der vielen couchpotatoes machen:

Aggression, wut und brutalität. Nicht spieler sondern gladiatoren.

Zum teil hochgefährliche körperverletzungen (sogenannte "fouls") gehören beim fußball zum "spielerischen" alltag, sie werden nicht nur hingenommen, sie sind sozusagen "der hingucker", das "salz in der suppe", der "unterhaltungskick". Das arsenal der körperlichen brutalitäten reicht von "ellbogencheck" (gegen den kopf -> knochenbruch im schädelbereich), treten (in die beine treten -> knöchelverletzung, gegen die brust treten, seitlich treten, treten in den unterleib usw.) bis hin zu so genannten "blutgrätsche".
Aktueller fall: der "kniesprung" des kolumbianers Juan Zuniga gegenüber dem brasilianer Neymar, der mit einem angebrochenen rückenwirbel auf dem boden liegt, schreit und weint.

Das schlimmste, was einem "spielerischen" gewalttäter geschehen kann, ist die gelbe oder rote karte zu sehen. Des öfteren kommt es nur zu einer "verwarnung". Im übrigen sind die gewalttätigen spieler ja schließlich versichert. Damit ist die sache bisher erledigt.
Das publikum grölt, trinkt bier und jubelt, die spieler oder vielleicht besser "gladiatoren"? liegen schreiend auf dem boden - und blicken oft einer ungewissen gesundheitlichen zukunft entgegen und dies in einem sehr jungen alter. Können junge menschen um die 20 eigentlich die gesundheitlichen risiken und die konkreten konsequenzen dieser "gladiatorenspiele" einschätzen?

Mobbing gegen kleine spieler? 

So beobachtet der fußballspieler Scholl, dass bevorzugt kleine fußballspieler drangsaliert, genötigt und tätlich angegriffen werden. "Kleine Spieler werden gejagt, verfolgt, gedemütigt". Das klassische beispiel für widerliche menschenhatz. Dass die großen die kleinen jagen, sagt unter dem strich nur aus, dass die "großen" offensichtlich feiglinge sind. Warum würden sie sich sonst unbedingt die kleineren raussuchen?
Zudem scheinen manche schiedsrichter auf dem auge der gewalt blind zu sein.
So verkommt der "lieblingssport" der breiten massen langsam zu einer art unterhaltungsmetzgerei.

Reformen sind DRINGEND nötig. Strafrechtliche verfolgung für körperverletzungen im "spiel"

Ein hochprekäres und leider oft übersehenes problem ist neben der zunehmenden brutalisierung dieses "spiels" die identifikationswirkung auf die zuschauer. Die botschaft der fußballerischen körperverletzungen ist oft: Spiel ist spiel und spaß ist spaß. Wer auf der strecke bleibt, hat pech. Verstehen Sie denn keinen "spaß"??
Somit werden körperverletzungen auf dem fußballfeld in einem ausnahmeszenario betrachtet. Tätlichkeiten, die im alltag unter normalen bürgern ernste strafrechtliche konsequenzen nach sich ziehen würden, werden im "spiel" verharmlost, gewissermaßen verniedlicht.
Rote und gelbe kärtchen, mündliche verweise und anderer schnickschnack als einzige konsequenz sind unangemessen und deplatziert. Die einzige sinnvolle antwort auf geplante/gewollte oder auch fahrlässige körperverletzung ist strafrechtliche verfolgung der täter, schmerzensgeld und rehabilitation für die verletzten. Recht und gesetz dürfen nicht auf dem fußballplatz aufhören!



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