Thomas Morus - Kurzbiographie

Thomas Morus, bild: Holbein d. j. commons
Thomas More (geb. 7. februar in London, gest. 6. juli 1535 in London) war ein englischer humanist, schriftsteller, und politiker. Bekannt wurde er unter seinem latinisierten namen Thomas Morus.
Er studierte theologische, humanistische und juristische fächer.
1504 war er mitglied des unterhauses und 1518 wurde er in das King's council übernommen.
Sir Thomas Morus war mit Erasmus von Rotterdamm befreundet und engagierte sich für die gegenreformation.
1523 wurde Thomas Morus unter dem englischen könig Heinrich VIII zum sprecher des parlaments ernannt.
Zu seinen politischen tätigkeiten gehörten diplomatische missionen in Frankreich und den Niederlanden.
1529 wurde er nach dem erfolgreichen friedensabschluss von Cambrai von Heinrich VII als nachfolger von kardinal Woleys zum lordkanzler ernannt. Dieses amt legte Thomas Morus im jahre 1532 nieder, nachdem Heinrich VIII sich vom Papst und der katholischen kirche losgesagt hatte. Es war für ihn als strenggläubigen katholik nicht zumutbar entgegen seiner religiösen einstellung der antipäpstlichen politik von Heinrich VIII folge zu leisten.
Thomas Morus weigerte sich 1534 standhaft die Anna Boleyns anzuerkennen und lehnte 1535 die sogenannte suprematie (alleinige vorherrschaft) des königs Heinrich VIII über die englische kirche ab.
Daraufhin beschloss der despotische englische könig Heinrich VIII Thomas Morus durch hinrichtung (enthauptung) zu ermorden.
Thomas Morus war ein begabter schriftsteller und denker. Er verfasste ein (unvollendetes) geschichtswerk über Richard III mit dem titel "Geschichte von Richard III". Dieses werk ist für seine zeit sehr modern verfasst. Noch bekannter als diese geschichtschrift ist sein utopisches werk "De optime statu rei publicae deque nova insula utopia". Diese erste utopische schrift (1516) war vorbild und namensgeberin für viele folgende utopische schriften. Inhaltlich basiert es auf den ideen Platos für einen idealen staat. In diesem idealisierten utopischen staatsentwurf gibt es gütergemeinschaft der bewohner (gemeineigentum) und religiöse toleranz. Zudem wurden alle äußerlichen attribute der unterscheidung der bürger untereinander abgeschafft, sodass nicht nur materielel gleichverteilung sondern auch eine gleichmäßige wertschätzung aller bewohner vorliegt. Die glückselige insel ist jedoch kein rechtsfreier raum, sondern es existiert eine moralische pflichtenethik, die das zusammenleben der bürger regelt und stabilität verleiht.
Literarisch ist es als ein reisebericht aufgebaut, der dialogischen charakter hat. Utopia wird darin als eine insel der glückseligen beschrieben. Das werk hat jedoch nicht nur utopische züge im eigentlichen sinn, sondern es bietet auch sozialkritischen themen platz. Thomas Morus verband mit seinem utopieentwurf durchaus praktische vorstellungen. So sollte es als ein vorentwurf für ein reformprogramm dienen um das England seiner zeit zu reformieren.
Thomas Morus wurde von der katholischen kirche 1886 seliggesprochen und 1935 heilig gesprochen. Sein heiligentag fällt auf den 22. juni.

Unter verwendung der quellen:
  • Das DBG Lexikon in drei bänden, bd 2, Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin, Darmstadt, Wien
  • Lingen Lexikon in 20 bänden, bd 12, Lingen Verlag
  • Der kleine brockhaus in 2 bänden, bd 2, F. A. Brockhaus Wiesbaden 
  • Meyers Grosses Taschen-Lexikon in 24 bänden, bd 15, Bibliographisches Institut Mannheim, Wien, Zürich, Meyers Lexikonverlag