Irischer Mars-One-finalist ist sehr skeptisch

Mars, (c) NASA
In dem artikel  "Schöner auswandern zum Mars" habe ich bereits eine skeptische position zu dem projekt "Mars One" geäußert. Unter anderem war ich skeptisch gegenüber der tatsache, dass die teilnehmer/innen keine möglichkeit in aussicht hätten gegebenenfalls wieder zur Erde zurückzukehren.
Des weiteren schien mir die potentielle unterbringung der menschen auf dem Mars und das damit verbundene leben als nicht menschenwürdig und inakzeptabel. Gleichermaßen unzureichend fand ich die sogenannten psychologischen "auswahlkriterien", zudem empfand ich das projekt als kommerziell, auch wenn es sich selbst als "non-profit" bezeichnet.

Nun gibt es auch von anderer seite aus eine kritische position: Ein irischer teilnehmer, Joseph Roche, astrophysiker,  der in das finale für das Mars-One-Projekt gelangt ist, bei dem angeblich 2024 menschen ohne möglichkeit zur rückkehr zur Erde auf dem Mars siedeln sollen.
Er ist der ansicht, dass das projekt in der praxis zum scheitern verurteilt sei. Auch er ist der ansicht, dass das auswahlverfahren absolut inadequat sei ("the selection process for the one-way trip was deeply inadequate"). So habe er während seines eigenen auswahlverfahrens niemand persönlich von dem Mars One projekt getroffen, vielmehr habe es nur ein kurzes skype-gespräch gegeben, weitere informationen über ihn habe man einem kurzen video entnommen zudem habe er einen online-fragebogen mit ein-wort-antworten ausgefüllt.
Roche ist sehr wenig begeistert und hält es für möglich, dass Mars One dem ansehen von wissenschaft im allgemeinen schaden könnte.
Besonders peinlich ist, dass die potentiellen kandidaten für die Mars-fahrt von Mars One dazu "ermuntert" würden, shopping-artikel von Mars One zu kaufen oder geld zu spenden.
Roche, assistenz-professor für astrophysik, findet dieses verhalten äußerst unpassend. Er empfindet es als alptraum, dass menschen dieses projekt weiterhin mit aufmerksamkeit und geld unterstützen würden, da es auf der einen seite praktisch zum scheitern verurteilt sei und zum anderen dem ansehen der wissenschaft nachhaltig schaden könnte.

Eine neue hiobsbotschaft ist, dass wissenschaftler vom Massachusetts Institute of Technology berechnet haben, dass die teilnehmer/innen unter den vorgegebenen bedingungen höchstens 68 tage auf der sogenannten Mars-kolonie überleben könnten - keine unvorhergesehenen pannen vorausgesetzt. 
Auch der niederländische nobelpreisträger Gerard van't Hooft, ein früherer beführworter des projekts, ist nun zu der erkenntnis gelangt, dass das projekt wesentlich mehr kosten würde und eine erheblich längere planungszeit benötigen würde.

Eigenartig ist auch das mediale verhalten von Mars One. So fand ein ursprünglich geplantes interview zu dem Mars One projekt nie statt, da die kandidaten eine schweigeverpflichtung unterschreiben mussten. quelle: