Dubiose Spendensammlung an der Haustür

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Gerade eben um ca. 14.30  klingelte es an der haustür. Als ich öffnete, sah ich einen gut gekleideten älteren herrn um die 65, ganz in dunkelgrau mit einem schwarzen regenschirm und interessanterweise mit einem klemmbrett ausgestattet.
Ein vorsichtiger blick auf das klemmbrett zeigte dort eine gut gefüllte unterschriftenliste.
Der wohlgekleidete seriös wirkende ältere herr begann sofort seinen spruch herunterzubeten:
"Er käme von dem gemeinnützigen verein für altenhilfe e.v. oder so ähnlich und wäre unterwegs um spenden für alleinstehende alte leute zu sammeln, die sich in not befänden."

Ich war etwas unfreundlich und sagte ihm dass ich bezweifelte, dass sein sogenannter gemeinnütziger verein über ein spendensiegel verfüge.
Die reaktion war interessant. Der nette seriöse herr bekam einen wutanfall und fragte wütend, als ob ihm das wort nicht bekannt vorkäme und fragte ganz entrüstet: "Was sollen wir nicht haben?"

"Ein spendensiegel", antwortete ich geduldig. "Natürlich haben wir das" antwortete der nette ältere herr zornentbrannt.
Dann begann er wieder mit seinem anliegen des geldeinsammelns. Ich gab mich bedeckt und bat ihn um ein aussagekräftiges prospekt, das sein verein doch sicher herausgegeben hätte. Dort befände sich doch sicher eine bankverbindung, und wenn ich dann wirklich von der seriosität überzeugt sei, dann könne ich ja in aller ruhe etwas spenden.
Nun hatte ich es ganz mit dem gemeinnützigen herrn verdorben. Natürlich habe er einen prospekt, aber nun hätte er keine lust mehr auf eine weitere diskussion mit mir.
Er spannte seinen regenschirm auf und ist eiligen schrittes gegangen.
Ich schloss die haustür und sinnierte noch etwas über die fragestellung, wie genau der sogenannte gemeinnützige verein denn exakt die alleinstehenden bedürftigen senior/innen herausfinden wollte...

Im grunde ist das eine episode, wie sie tausendfach geschieht. Trotzdem hat sie mich nachdenklich gemacht. Auf dem klemmbrett waren eine menge unterschriften. Angenommen, die unterschriften wären nicht gefaket, wie kommt es dass so viele personen irgendeinem fremden gut gekleideten älteren herrn gleich eine unterschrift geben. Unterschrift - für was?
Auf dem blatt, wo die unterschriften waren, war nicht viel text darüber. Was genau hatten die leute unterschrieben?
Wozu braucht jemand, der einfach spenden sammelt, noch zusätzlich eine unterschrift?
Es heißt so schön "wer schreibt, der bleibt". Wozu diese schriftliche bindung?
Und wieso sollen leute einfach geld an der haustür spenden für einen ziemlich unbekannten verein, der noch dazu kein interesse daran hat, schriftliches material zu verfügung zu stellen?

Ich persönlich finde, dass es sehr unvorsichtig ist, wildfremden leuten an der haustür eine unterschrift zu geben oder auch geld zu geben.

Wenn man etwas gutes tun möchte und genug geld hat, dann bieten sich ganz seriöse stellen an wie z Caritas, Diakonie, Tafeln oder vielleicht der örtliche kindergarten.