Augen auf bei der Handwerkersuche

Handwerker
Handwerker sind gesuchte leute. Es gibt immer wieder, was man nicht selber machen kann und dafür sucht man einen handwerker. Das angebot ist nicht klein, trotzdem ist es nicht einfach gute handwerker zu finden.
So macht so mancher eigenartige erfahrungen im praktischen umgang mit handwerkern.
So "vergessen" einige handwerker die umgebung ihrer arbeitsfläche zb durch auslegen von folien und ähnlichem vor schmutz zu schützen. Sie latschen ungestört mit
schuhsohlen, an denen farbreste oder kleber oder mörtel klebt über den teppich, wenn man sie darauf aufmerksam macht, reagieren sie beleidigt.
Wichtig ist auch zu beachten, dass vorsicht geboten ist, wenn handwerker noch andere dinge anbieten, als das was sie exakt in der ausbildung gelernt haben. Handwerker sind keine selbständigen konstrukteure und selbständige ideen können oft zu erstaunlichen ergebnissen führen. So hat eine dachdeckerfirma bei einer meiner bekannten einmal einen balkonboden dicht abgedeckt, jedoch irgendwie hat der geselle es nicht hinbekommen, eine senkung zur abflussrinne zu machen. Seitdem fließt das regenwasser nicht mehr ab.
Ein weiteres bonbon ist, dass viele handwerksdienstleister offenbar ausschließlich mit material und nur im vorgefertigten baukastensystem und mit vorgefertigten modulen arbeiten, dass nur den aktuellen maßen entspricht. Also 0815. Wenn dann ein fenster oder eine tür irgendwie abweicht, ist das geschrei groß. Schlimmstenfalls werfen die handwerksdienstleister das handtuch hin.

Ab und an begegnen Ihnen auch handwerker, die nicht genug oder nicht das passende arbeitsmaterial bei haben. So fragen diese handwerker gerne bei den kunden um einen zollstock, wasserwaage, sogar um elektronische messgeräte. Die frage lautet immmer: "Haben Sie mal... ?, ich habe das und das heute gerade vergessen."
Dabei ist es eine bringschuld der handwerker, die schließlich einen bezahlten auftrag annehmen und rechnungen dafür stellen, professionelles werkzeug mitzubringen.

Das beste ist der neue handwerker 2.0. Diese leute machen vorab keinen besichtigungstermin mehr vorort aus um sich die aufgabenstellung einmal konkret zu betrachten, nein heute geht alles digital und der handwerker entscheidet offenbar vom schreibtisch aus.
Einige handwerksdienstleister vor der annahme eines auftrages nicht mehr eine vorortbesichtigung machen wollen.
Vielmehr sollen die auftraggeber (handwerkliche laien) den armen handwerkern schon mal die fenster fachgerecht ausmessen - inklusive des teils der unsichtbar unter der mauer liegt sowie die fachgerechten maße für die rolladenkästen- und die fertigen maße für die fenster oder türen schicken. Hinzu kommt die forderung nach fotos von den zu ersetztenden fenstern oder türen senden, am besten möglichst detailliert und mit hoher auflösung.
Witzig auch ein herr, der vorgab einen baum beischneiden zu können. Auch dieser herr war nicht mit der angabe zufrieden, dass es sich um einen bestimmten baum einer bestimmten art handele, sondern vorab ein genaues foto von dem baum und dessen lage wünschte.
 
Insgesamt meiner ansicht nach von derartigen "vorschlägen" abstand zu nehmen.
Wenn der kunde etwas falsch oder unsachgemäß ausmisst, diese daten dem handwerker übermittelt und der auf der basis dieser daten etwas falsches kauft, dann könnte das für den kunden ärgerlich sein.
Außerdem ist es fragwürdig wildfremden leuten, die man nicht kennt, einfach fotos von der eigenen wohnung zu senden.
Am besten scheint mir die altmodische methode. Man skizziert schriftlich oder telefonisch den arbeitsauftrag für den handwerker, dann macht man einen besichtigungstermin, wo der handwerker sich ein konkretes bild aus seiner fachlichen perspektive macht. Dann lässt man sich einen kostenvoranschlag kommen. Der handwerker sollte sein gesamtes fach-arbeitsmaterial selber dabei haben. Wenn er Sie ständig um arbeitsmaterial bittet, ist das irgendwie eigenartig. Zudem sollte der handwerker Sie auch auf vor- und nachteile der unterschiedlichen maßnahmen hinweisen.

Hier noch einige interessante weblinks: