Gespenst - womit hängt das Wort Gespenst zusammen?

Geist auf der treppe, bild: commons
Bald - in der nacht zum 31. oktober - wird wieder Halloween gefeiert und viele leute werden sich in mehr oder auch weniger gespenstische verkleidungen auf der einen oder anderen party zeigen. Spuk an Halloween ist kult und man erlebt gespenster auf scherzhafter ebene.

Aber was versteht man eigentlich unter gespenstern und in welchem wortfeld ist das wort "gespenst" und mit ihm seine bedeutung entstanden?
Unter "geistern" und "gespenstern" wurden im volksglauben erscheinungen verstanden, die zwar oft menschliche züge trugen, jedoch definitiv nicht in unsere wirklichkeit verhaftet zu sein schienen. Trotz beinahe sinnlicher wahrnehmung wurden diese wesen nicht als substantiell erfahren. Es waren unheimliche begegnungen.
Der glaube an geister und gespenster war früher einmal tief in der bevölkerung verwurzelt und inspirierte sagen und literatur.
Doch in welchem wortumfeld ist das wort "gespenst" entstanden und was sagt das umfeld dieses wortes über seine bedeutungsentwicklung über die zeiten hinweg?
Das wort "gespenst" kommt aus dem wortumfeld für "spinnen". "Spinnen" war in früheren zeiten eine unabdingbare beschäftigung um textile waren wie zb kleider herzustellen. Frauen übten diese tätigkeit an einem spinnrad aus und spannen dabei einen langen faden. Spinnen war eine handwerklich-schöpferische tätigkeit bei der lange fäden gesponnen wurden. Im selben wortfeld gibt es noch das wort "gespinst", ein gewebe, das aus langen feinen fäden besteht.
Spinnen produzieren spinnennetze.
D. h. ursprünglich hatte das wortfeld "spinnen, gespinnst" etwas mit der schöpferisch-handwerklichen produktion von materiellen feinen fäden zu tun, die die basis für textile gewebe bildeten.
Gespinste - insbesondere spinnennetze - sind sehr zart und bilden eigenständige gebilde. Sie tauchen in der umgebung auf und wirken seltsam materiell aber auch zart und konnten bei bestimmter lichteinwirkung auch irgendwie unwirklich aussehen.
Aus der umgebung dieses wortfeldes kann auch das wort "gespenst" hervorgekommen sein, das eine im volksglauben subjektiv wahrgenommen begegnung mit unwirklichen wesen bezeichnet, die der beobachter zwar zu erkennen glaubt, die aber doch unwirklich und fern unserer materiellen welt zu sein scheinen.
Interessant ist jedoch auch die entwicklung dieses wortfeldes auf der bedeutungsebene von damals bis heute. Während vormals die betätigung es "spinnens" eine wichtige tätigkeit im haushalt und zur textilproduktion war, wird "spinnen" heute mit "dummes zeug denken oder sagen" gleichgesetzt und "spinner" sind personen, die dummes zeug denken oder sagen. Ähnliches geschieht mit dem wort "gespenst", das heute in der redewendung "gespenster sehen" vorkommt und mit "unsinn denken" gleichgesetzt wird.