Weltfrauentag 2017

Foto: privat, Deinsuppenhuhn.blogspot.com
"Rien n'est plus négligé que l'éducation des filles." (F. Fenelon)
Zum weltfrauentag 2017 ein beitrag über mädchenbildung und ein altes foto einer mädchenschulklasse.
Auf dem bild sieht man eine schulklasse aus den 1930ger jahren einer höheren mädchenschule, entweder im süden von Köln oder in Belgien, genauer ort unbekannt. Die mädchen sind schätzungsweise zwischen 13 und 15, genaues alter unbekannt. Sie sind traditionell gekleidet, mit kleidern, röcken und blusen. Die kleidung ist meist hell, es scheint frühjahr oder sommer gewesen zu sein.
Die haare der mädchen sind meist zu zöpfen geflochten, die stirn ist meistens frei, eine im hintergrund hat ein kurzes pony. Wenige kinder haben kürzer geschnittenes haar.
Die mädchen wirken ernst, fast streng, nur eine im hintergrund lächelt verhalten.
Im hintergrund sieht man an den lehrer, der vertieft in ein buch schaut, vielleicht wollte er nicht mit auf das foto.
Unter mädchenbildung verstand man früher eine spezielle mädchenerziehung, die nach ansicht der damiligen zeit in bezug auf den unterrichtsstoff. die unterrichtsmethodik und den ausbildungsgang auf die gesellschaftliche, kulturelle besonderheit von mädchen und frauen abgestimmt war. Es war eine erziehung, die ein bestimmtes frauen- und mädchenbild hatte, nach dem frauen und mädchen eine sehr spezielle psychologie und biologie hatte, die im unterricht und in der mädchenbildung berücksichtigt werden sollte. Im grunde ging es um die erzieherische verwirklichung der sogenannten "rolle der frau".
Schon im mittelalter gab es mädchenbildung, allerdings nur für die höheren und begüterten stände. Diese mädchenbildung fand in klöstern statt. Auch in den folgenden jahrhunderten war eine schulische bildung von mädchen nicht weitgehend vorgesehen. In der gegenreformation nahmen sich weibliche klöster wie zB die ursulinen. Doch schon 1687 machte F. Fenelon mit seinem werk "De l'éducation des jeunes filles" auf das bildungsproblem von mädchen aufmerksam. F. Fenelon wandte sich an an eltern und bildungseinrichtungen. Bei der erziehung legte er wert auf moralische und religiöse grundsätze. Daneben war Fenelon ein feind des aberglaubens und wünschte eine rationale erziehung mit moral.
Im rahmen der aufklärung setzten sich sowohl für jungen als auch für mädchen eine allgemeine schulische grundbildung durch. Die bildung der töchter der höheren stände, die höheren töchterschulen,  blieb weitgehend privat geregelt. Erst nach 1870 und der frauenbewegung wurden auch die höheren töchterschulen standardisiert. Es entstanden die lyceen.
Seit beginn der industrialisierung kam es zu einer verstärkten erwerbstätigkeit der frau. Doch noch lange zeit war die berufsbildung der frau auf den pflegerischen, sozialpädagogischen und hauswirtschaftlichen inhaltsstoff beschränkt.


Unter der verwendung der quellen:
  • http://salon-litteraire.linternaute.com/fr/resume-d-oeuvre/content/1834266-traite-de-l-education-des-filles-de-fenelon-resume
  • Fenelon, F. : De l'éducation des filles, 1687
  • Brockhaus Enzyklopädie in 20 bänden, bd 11, F.A. Brockhaus, Wiesbaden
  • Meyers Großes Taschenlexikon in 24 bänden, bd 7, Bibliographisches Institut Mannheim, Wien, Zürich, Meyers Lexikon Verlag